Stillen mit Raynaud-Syndrom

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lona27
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Stillen mit Raynaud-Syndrom

Beitrag von lona27 »

Hallo Ihr Lieben,

seit gestern weiß ich, dass meine Schmerzen einen "Namen" haben. Ich hatte gehofft, es sei dann doch "nur" ein Pilz und damit gut behandelbar.

Meine Hebamme, gleichzeitig Stillberaterin, hat jedoch schon am Telefon nach meinen Schilderungen letzte Woche Raynaud vermutet und mir folgendes empfohlen:

neben Wärme
an drei Tagen morgens 2000mg Kalzium, mittags 1000mg Magnesium und am ersten Tag 150mg B6 (an den drei folgenden Tagen 25mg B6)
danach weiter 400mg Magnesium

das habe ich gemacht. Leider wurden die Schmerzen nach den drei Tagen eher schlimmer. Das Anlegen schmerzt wie sonstwas, beim Stillen gehts manchmal auszuhalten, manchmal weiß ich nicht, ob sich meine Zehnägel hochklappen vor lauter Schmerzen. In den Stillpausen hab ich immer wieder ein stechendes Gefühl, mal als würd sich die Brust zusammenkrampfen und ziehen. Also sitz ich nach dem STillen meist mit einem riesigen Kirschkernkissen (hab so ein dreiteiliges, kann ich gut über beide Brüste legen) hier - und solange sie warm sind, geht es auch.

Nun hatte ich die Hebamme gebeten, mal herzukommen, um sich anzuschauen, ob es nicht doch ein Pilz ist. Aber leider bestätigte sich ihr erster Verdacht. Es ist nichts von einem Pilzbefall zu sehen und auch mein Baby hat nix im Windel- oder Mundbereich.

Meine Brustwarzen sind auch ganz kalt nach dem STillen, aber nicht unbedingt kalkweiß (schon weiß, aber bei Raynaud hab ichs mir extremer vorgestellt???)

Nun bin ich völlig frustriert. Der Stillstart war schon schwierig. Zwar trinkt der Kleine super und auch das Anlegen klappte direkt gut, aber nach einem extremen Milcheinschuss hat er die Brustwarzen nicht gut zu fassen bekommen, was zu wunden Brustwarzen führte und Fehler meinerseits machten es nicht besser, sondern schlimmer, so dass sie z.T. echt blutig waren. Ich hab aber tapfer weitergemacht, trotz Schmerzen.
Die Warzen heilten ab, aber die Schmerzen blieben und wurden schlimmer.

Nun sagte mir meine Hebi gestern, dass mich diese Schmerzen wohl die Stillzeit über begleiten würden und es immer gute und schlechtere Phasen geben würde. Ich hab nochmal Magnesium hochgefahren und bekomme heute aus der Apo nochmal B6 und hoffe auf Besserung...

Wer kann mich aufbauen? Ich bin echt gefrustet und kurz vorm Aufgeben :cry: :cry: :cry:
Und das, wo schon beim ersten Kind das Stillen nicht klappte und ich es mir jetzt so sehr wünsche. Nur bis jetzt hatte ich nicht eine einzige Stillerfahrung, die für mich wirklich einfach nur schön war!!!
stolze Mami von Adina (20.10.2006) und Kilian (20.04.2011)

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jusl
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Re: Stillen mit Raynaud-Syndrom

Beitrag von jusl »

Hallo,

also ich denke nicht, dass Du Dich mit den Schmerzen einfach abfinden musst! Ich sehe zwei Möglichkeiten:

1. Es ist tatsächlich das Raynaud-Syndrom. Dann könntest Du einen Spezialisten aufsuchen, einen für Gefäßerkrankungen z.B., oder einen Gyn mit IBCLC-Zertifikat, und einen individuellen Therapieplan erstellen, PLUS Schmerztherapie. Es gibt eine Vielzahl stillverträglicher Schmerzmittel! Diese sollten bei so starken Schmerzen definitiv zum Einsatz kommen, denn permanent große Schmerzen können die Ausschüttung der Stillhormone, insb. Oxytocin, hemmen bzw. blockieren. Also: ab zum Fachmann.

2. Es ist gar kein Raynaud, jedenfalls nicht nur! Es könnte z.B. auch ein Milchgang(!)-Soor sein, oder eine bakterielle Infektion der Milchgänge. In diesen Fällen wäre von außen NICHTS zu sehen, einziges Symptom wären Höllenschmerzen, insb. während des Stillens, aber möglicherweise auch zwischendurch. Zur Abklärung wäre es sinnvoll, einen Abstrich bzw. eine Muttermilchkultur zu analysieren und dann ggf. systemisch zu behandeln. Und auch andere Ursachen kämen noch in Frage.

Also: nicht aufgeben, Schmerzen nicht akzeptieren, auf eigene Faust Hilfe einfordern!
Ich wünsche Dir, dass Du die nötige Kraft dafür noch aufbringen kannst. Alles Gute dafür und
LG

Julia
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lona27
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Re: Stillen mit Raynaud-Syndrom

Beitrag von lona27 »

ja, ich wollte meine Frauenärztin beim bevorstehenden Nachsorgetermin darauf ansprechen. Vielleicht hat sie nochmal eine andere Sicht darauf.
Ich merke auch schon, dass meine Milch weniger wird :(
stolze Mami von Adina (20.10.2006) und Kilian (20.04.2011)

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jusl
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Re: Stillen mit Raynaud-Syndrom

Beitrag von jusl »

Prima. Erkundige Dich aber explizit nach ihrem Stillwissen! Viele Gyns wissen darüber leider NICHTS. Wenn Ärzte fit sind in Fachfragen zum Thema Stillen, dann nur, weil sie sich selbst mit persönlichem Engagement darum gekümmert haben, freiwillig Fortbildungen besuchen usw. Die Behandlung Deiner Beschwerden geht meiner Einschätzung nach über deren übliches Tagesgeschäft hinaus; da sollte entsprechend wirklich ein Fachmensch ran.

Ich drück Dir die Daumen!
LG
Julia
Captainsparrow

Re: Stillen mit Raynaud-Syndrom

Beitrag von Captainsparrow »

Ich denke es macht wirklich viel Sinn abzuklären ob es tatsächlich dieses RS oder-wie bei mir-Vasospamen der Brustwarze . Ich habe (hatte) diese Spadmen schon immer, jeder kühle Hauch im die Brustw. hat mir Schmerzen bereitet, man(n) durfte sie nicht anfassen und Spitzenwäsche ging auch nicht. Der Stillstart war echt fies und ich hatte große Schmerzen, aber Wärme hat ganz gut geholfen UND mit der Zeit wurde es immer besser (hat allerdings gedauert..). Auch jetzt nach dem Ende unserer Stillzeit ist es noch deutlich besser als vorher.
Weiße Brustwarzen hatte ich seitdem nicht mehr.
jusl
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Re: Stillen mit Raynaud-Syndrom

Beitrag von jusl »

Raynaud-Syndrom und Vasospasmus ist praktisch das gleiche. ;-) Gefäßkrämpfe halt.

@ lona: Vielleicht magst Du noch mal explizit nachfragen wegen des Calciums? Meines Wissens nach gehört Calcium nicht zur Standardbehandlung. Ich kenne Berichte, laut derer die Beschwerden unter Calcium-Einnahme schlimmer wurden.

LG,
Julia
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Sakura
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Re: Stillen mit Raynaud-Syndrom

Beitrag von Sakura »

ohne jetzt viel davon zu verstehen, nur ein gedanke zu calcium: meine hebamme (geburtshaus- / hausgeburtshebamme) gibt unter der geburt calcium, weil das der gebärmutter beim zusammenziehen (=verkrampfen) hilft...
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

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Re: Stillen mit Raynaud-Syndrom

Beitrag von Mondenkind »

Hallo, ic hab auch Raynaud und stille seiit über 3 Jahren. Baby grad unuhig, schreibe später! Nicht aufgeben, es hört auf weh zu tun.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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Captainsparrow

Re: Stillen mit Raynaud-Syndrom

Beitrag von Captainsparrow »

Ja, aber bei mir sind NUR die Brustwarzen betroffen, bei meiner Freundin mit Raynaud z.b. auch massiv die Hände. Da die Vasospasmen der BW aber in der Stillzeit weggingen ging ich mal davon aus, dass ich nicht dieses Syndrom habe. Meine BW waren wirklich kalkweiss und es tat soooo weh schon seit ich denken kann
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mosch
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Re: Stillen mit Raynaud-Syndrom

Beitrag von mosch »

Ich hatte das auch und habe nur Magnesium in der gleichen Dosis wie du bekommen. Bei mir hat es sehr gut geholfen. Vielleicht ist es wirklich die Kombination mit dem Calcium?
mosch mit großer (12/07) und kleiner (09/09)

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