Vitamin D - Mangel und Therapie - Risiko für Baby?

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redpanthress
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Vitamin D - Mangel und Therapie - Risiko für Baby?

Beitrag von redpanthress »

Hallo,

frage für eine Freundin und ihre 8 Wochen alte Tochter. Bei meiner Freundin wurde durch eine Blutuntersuchung ein massiver Vitamin D Mangel festgestellt (Genaue Werte weiß ich leider nicht) Sie soll laut Hausärztin folgende Therapie machen: 3 Wochen lang alle 2 Tage 20 000 uIE, dann 2000er Vigantoletten (auch einen begrenzten Zeitraum, wie lange grad leider entfallen, ich glaube 2 Wochen :oops: ) Danach erneute Blutkontrolle.

- Ihre Hausärztin konnte zu möglichen Konsequenzen fürs Stillbaby nix sagen
- Der Kinderarzt empfiehlt sogar, dem Baby, unabhängig von ihrer Vitamin D- Therapie, Vigantoletten zu geben. Er sagt auch bei 20 000 uIE gelangt nicht genug Vitamin D über die Muttermilch zum/ins Baby.
- Die daraufhin kontaktierte Stillberaterin konnte nicht direkt helfen, rief nach eigener Recherche aber zurück und sagte dann, dass das Vitamin D, da fettlöslich auf jeden Fall in großer Menge in die Muttermilch übergehen wird, und sie soll nun entweder die 3 Wochen lang abpumpen und verwerfen und das Baby mit Flaschenmilch ernähren :shock: gleich mit dem Hinweis, dass dann möglicherweise die Milch weit zurückgegangen sein wird, ODER halt aber nur 500 uIE täglich nehmen. Dann könnte sie auch weiterstillen. Beidesmal keine Einnahme von Vigantoletten fürs Baby.

Wie ist es nun wirklich?
Meine Freundin möchte nicht abstillen (oder das Stillen pausieren), aber trotzdem ihren Vitamin D Mangel "bekämpfen".
Wie viel uIE Vitamin D kann sie einnehmen, damit das Baby keine Überdosierung bekommt?

LG,
Désirée
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L (*10/2008)
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Jägerin
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Re: Vitamin D - Mangel und Therapie - Risiko für Baby?

Beitrag von Jägerin »

Zu deinen Fragen kann ich nichts Direktes beitragen, aber ich finde diesen Artikel sehr interessant, v.a. was den Vorschlag von 500 I.E. angeht. Da kann man es irgendwie auch gleich lassen. Auf der anderen Seite würde ich denken, dass wenn tatsächlich im Sommer in der Mittagssonne die angegebenen Mengen von 10-30.000 I.E. natürlich gebildet werden, dürfte für das Stillkind keine Gefahr bestehen. Nur meine Gedanken, ohne Gewähr....
LG
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Jägerin
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Re: Vitamin D - Mangel und Therapie - Risiko für Baby?

Beitrag von Jägerin »

LG
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klimaforscherin
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Re: Vitamin D - Mangel und Therapie - Risiko für Baby?

Beitrag von klimaforscherin »

Ich mag auch mal zitieren:
jusl hat geschrieben:In der „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit", Spielmann/Schäfer, 6. Auflage 2001, steht dazu:
„Vitamine, Mineralien, Spurenelemente sollen und dürfen bei echten Mangelzuständen der Mutter substituiert werden. Das gilt für das Eisen ebenso wie für eventuell indizierte Vitamin-D-Präparate (z.B. Calcitriol; z.B. Decostriol). Solche Anwendungen - dies betrifft auch Fluorid zur Zahnprophylaxe - erfordern jedoch keine Reduzierung der Säuglingsdosis, falls dieser ebenfalls (direkt) behandelt wird".

Also spricht nichts gegen mütterliche Vit D-Einnahme und Weiterstillen, so lange die Mutter unter oder bei der in der Literatur empfohlenen Tageshöchstdosis bleibt.

LG
Julia
Was ist die in der Literatur empfohlene Tageshöchstdosis?

Interessant wäre, wieviel davon in die MuMi übergeht.
So wie beim Alkohol wird es vermutlich nicht laufen, Alkohol ist sowohl fett- als auch wasserlöslich. Vitamin D ist ja nur fettlöslich. Da ja aber die Milch hauptsächlich beim Stillen gebildet wird, glaube ich, dass sich der meiste Teil bis zum Stillen schon in den Körperzellen der Mutter eingelagert ist/verbraucht ist. (Achtung, selbstersponnen!)

Ich habe hier auch umgekehrt mal gelesen, dass Stillmütter auf Empfehlung, um den Babys nicht direkt Vit.D geben zu müssen, selbst eine etwas höhere Dosis einnehmen. Wie hoch, weiss ich jetzt nicht, vielleicht findest du hier etwas?
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... antoletten
Grüße
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Tragling
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Re: Vitamin D - Mangel und Therapie - Risiko für Baby?

Beitrag von Tragling »

Nachdem mich das vor nicht allzu langer Zeit selbst betroffen hat und wahrscheinlich auch noch selbst betrifft :roll: - hier mal die Threads, wo schon Infos zusammen getragen wurden:

http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 9#p2543339



Hier gabs wirklich viel Wissenswertes:

http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 3#p2534053
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jusl
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Re: Vitamin D - Mangel und Therapie - Risiko für Baby?

Beitrag von jusl »

Die daraufhin kontaktierte Stillberaterin konnte nicht direkt helfen, rief nach eigener Recherche aber zurück und sagte dann, dass das Vitamin D, da fettlöslich auf jeden Fall in großer Menge in die Muttermilch übergehen wird, und sie soll nun entweder die 3 Wochen lang abpumpen und verwerfen und das Baby mit Flaschenmilch ernähren :shock:
Sorry, aber das ist echt Quatsch. Da hätte die Stillberaterin ruhig GRÜNDLICH recherchieren dürfen und Denise Boths bekannten und superweitverbreiteten Standardartikel finden können. Die wesentliche Passage daraus sei hier zitiert:
Wenig Einfluss lässt sich auf den Gehalt der Muttermilch an fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) nehmen. Zumindest durch eine kurzfristige Ernährungsumstellung lässt sich nichts bewirken. Bei unterernährten Frauen lässt sich durch die Gabe von fettlöslichen Vitaminen eine teilweise Steigerung des Gehaltes der Muttermilch feststellen.
Also ganz klare Empfehlung:
Die Mutter soll ihren Vitamin D-Mangel nach Anweisung ihres Hausarztes behandeln, das Baby bekommt Rachitisprophylaxe nach Anweisung des Kindesarztes, und das Stillen sollte ohne Einschränkung beibehalten werden. Glasklar.

LG
Julia
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redpanthress
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Re: Vitamin D - Mangel und Therapie - Risiko für Baby?

Beitrag von redpanthress »

Wow, ich wusste doch auf Euch ist Verlass! Ich hatte hier auch schon gesucht, aber wohl nicht gründlich genug :oops:
jusl hat geschrieben: Die Mutter soll ihren Vitamin D-Mangel nach Anweisung ihres Hausarztes behandeln, das Baby bekommt Rachitisprophylaxe nach Anweisung des Kindesarztes, und das Stillen sollte ohne Einschränkung beibehalten werden. Glasklar.
Ist denn die Vitamin D Gabe beim Baby unerlässlich? Oder anders: zu einer Überdosierung von Vit D (beim Baby) kommt es auch dann nicht, wenn sie 20000 uIE zu sich nimmt, vollstillt UND das Baby Vigantoletten nimmt?
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L (*10/2008)
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Tragling
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Re: Vitamin D - Mangel und Therapie - Risiko für Baby?

Beitrag von Tragling »

Ich möchte mich hier noch mal anhängen :oops:

Wie ist es mit dem Risiko fürs ungeborene Baby??

Ich denke, ich sollte dringend VitD wieder in einer hohen Dosis nehmen - aber seitdem ich schwanger bin, getrau ich mich nicht so recht... :?
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Re: Vitamin D - Mangel und Therapie - Risiko für Baby?

Beitrag von jusl »

Ist denn die Vitamin D Gabe beim Baby unerlässlich? Oder anders: zu einer Überdosierung von Vit D (beim Baby) kommt es auch dann nicht, wenn sie 20000 uIE zu sich nimmt, vollstillt UND das Baby Vigantoletten nimmt?
Nährstoffsupplementierungen sind IMMER eine INDIVIDUELLE Angelegenheit und sollten deshalb ausschließlich in persönlicher Absprache mit dem Arzt erfolgen. Wir wissen hier NICHTS darüber, wie gravierend der VitD-Mangel der Mutter ist oder welchen Bedarf das Baby hat (ebenfalls VitD-Mangel oder im Gegenteil Verknöcherungstendezen).

Aus diesem Grund können wir hier nur allgemeine Info zu Medikamenten/Nährstoffsupplementen geben (siehe den Arikel von Denise Both), keine personalisierte Beratung.
Tragling hat geschrieben:Wie ist es mit dem Risiko fürs ungeborene Baby?? Ich denke, ich sollte dringend VitD wieder in einer hohen Dosis nehmen - aber seitdem ich schwanger bin, getrau ich mich nicht so recht... :?
Als sogenannte sichere Obergrenze finden sich in der Literatur unterschiedliche Angaben, z.B. 2.000, 4.000 10.000 oder 20.000 IE täglich, für Schwangere und Stillende gleichermaßen. (D.h. dauerhafte Einnahme ohne Notwendigkeit ärztlicher Überwachung und ohne beobachtbare Nebenwirkungen).
Die Risiken eines etwaigen Mangels versus Risiken durch mögliche Überdosierung müssen individuell ärztlich abgeklärt werden. (Zur Einordnung: ein 200 g Lachssteak enthält etwa 2.000 IE Vit D, ein Ganzkörper-Sonnenbad führt bei Hellhäufigen zur Bildung von ca 20.000 IE Vit D. Mit diesen Informationen im Hinterkopf mögen sich Toxizitätsängste vielleicht etwas abschwächen, v.a. wenn man keine Angst vor Lachs und schönem Wetter hat...)

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Julia
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klimaforscherin
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Re: Vitamin D - Mangel und Therapie - Risiko für Baby?

Beitrag von klimaforscherin »

Tragling, du hast doch ein paar Monate vor der SWS Vitamin D genommen.
Wurdest du nochmal getestet? Oder warum glaubst du, du brauchst noch etwas?
Wenn du nur subjektiv einfach Müdigkeit spürst, kann es auch zB Eisenmangel sein.
Oder einfach nur ein SWS-Symptom.
Lass es lieber mal testen.
Grüße
klimaforscherin
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