Veganes Beikostkind vegan stillen?
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Veganes Beikostkind vegan stillen?
Huhu!
Mein Baby isst vegan, ich esse bisher weitgehend vegetarisch, gerne Käse, mal Eier, Fleisch nur sehr, sehr selten, üblicherweise situationsbedingt, z.B. auf Besuch oder so, Fisch noch seltener, weil ich dagegen allergisch, aber manchmal einfach unvernünftig bin (wobei ich inzwischen dann doch dazu gelernt habe, glaub ich...).
Ich möchte jetzt mich allerdings auch gerne vegan ernähren, aber nicht dogmatisch, also meinen Milch- und Eierkonsum etwa so weit runter fahren wie den Fleischkonsum.
Ich möchte aber auf keinen Fall irgendwas einnehmen, um genug B12 oder so zu haben.
Es streiten sich ja die Gelehrten, ob man seinen Vitaminbedarf rein pflanzlich decken kann oder nicht. Manche sagen, B12-Mangel hätten sowieso nur Leute, die auf dem Gebiet eine Erkrankung haben, und zwar unabhängig von der Ernährungsform.
Für mich ist das ok und für mich alleine würde ich einfach vegan essen und nichts nehmen. Da würde ich es einfach drauf ankommen lassen.
Aber was ist mit meinem Baby?
Mal so als Überlegung, B12 baut sich doch extrem langsam ab. Würde mein Vorrat, sofern er sich denn durch vegane Ernährung abbauen sollte, nicht sowieso bis zum Ende der Stillzeit reichen? Und würde er durch gelegentlichen Konsum tierischer Produkte nicht auch wieder ausreichend gefüllt werden?
Mein Baby isst vegan, ich esse bisher weitgehend vegetarisch, gerne Käse, mal Eier, Fleisch nur sehr, sehr selten, üblicherweise situationsbedingt, z.B. auf Besuch oder so, Fisch noch seltener, weil ich dagegen allergisch, aber manchmal einfach unvernünftig bin (wobei ich inzwischen dann doch dazu gelernt habe, glaub ich...).
Ich möchte jetzt mich allerdings auch gerne vegan ernähren, aber nicht dogmatisch, also meinen Milch- und Eierkonsum etwa so weit runter fahren wie den Fleischkonsum.
Ich möchte aber auf keinen Fall irgendwas einnehmen, um genug B12 oder so zu haben.
Es streiten sich ja die Gelehrten, ob man seinen Vitaminbedarf rein pflanzlich decken kann oder nicht. Manche sagen, B12-Mangel hätten sowieso nur Leute, die auf dem Gebiet eine Erkrankung haben, und zwar unabhängig von der Ernährungsform.
Für mich ist das ok und für mich alleine würde ich einfach vegan essen und nichts nehmen. Da würde ich es einfach drauf ankommen lassen.
Aber was ist mit meinem Baby?
Mal so als Überlegung, B12 baut sich doch extrem langsam ab. Würde mein Vorrat, sofern er sich denn durch vegane Ernährung abbauen sollte, nicht sowieso bis zum Ende der Stillzeit reichen? Und würde er durch gelegentlichen Konsum tierischer Produkte nicht auch wieder ausreichend gefüllt werden?
Tigerchen mit dem *Oktoberherzchen* (2003), der Eisprinzessin (2009), dem *Novembertraum* (2009) und dem Beuteltigerbaby (04/14)
In Gedenken an Friedrich und Clayton
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- Teazer
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Re: Veganes Beikostkind vegan stillen?
B12 muss bei veganer Ernährung supplementiert werden. Die in der Literatur genannten nicht-tierischen Quellen sind Analoga, die den Platz von echtem B12 einnehmen, jedoch nicht dessen Funktionen.
B12-Mangel ist für Babys sehr gefährlich. Erwachsene, die ihre Ernährung umstellen, können noch eine zeitlang aus ihren Speichern schöpfen. Da es Hinweise darauf gibt, dass das in der Muttermilch enthaltene B12 aus der täglichen Aufnahme und nicht dem Speicher kommt, sollten stillende Veganerinnen täglich ein Supplement in Höhe von 10 Mikrogramm einnehmen bzw. dem Baby direkt ein Supplement in altersgerechter Dosierung und Darreichungsform geben.
Alle anderen Mikro- und Makronährstoffe sind bei ausgewogener, vollwertiger veganen Ernährung deckbar. B12 ist die einzige Ausnahme. Die Folgen eines Mangels sollten nicht in Kauf genommen werden, weil Supplemente generell abgelehnt werden.
B12-Mangel ist für Babys sehr gefährlich. Erwachsene, die ihre Ernährung umstellen, können noch eine zeitlang aus ihren Speichern schöpfen. Da es Hinweise darauf gibt, dass das in der Muttermilch enthaltene B12 aus der täglichen Aufnahme und nicht dem Speicher kommt, sollten stillende Veganerinnen täglich ein Supplement in Höhe von 10 Mikrogramm einnehmen bzw. dem Baby direkt ein Supplement in altersgerechter Dosierung und Darreichungsform geben.
Alle anderen Mikro- und Makronährstoffe sind bei ausgewogener, vollwertiger veganen Ernährung deckbar. B12 ist die einzige Ausnahme. Die Folgen eines Mangels sollten nicht in Kauf genommen werden, weil Supplemente generell abgelehnt werden.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)
"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
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- Tigerchen
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Re: Veganes Beikostkind vegan stillen?
Danke!
Supplemente kommen für mich definitiv nicht in Frage.
Wie viel Tierisches müsste ich denn essen, um den Bedarf zu decken? Ich würde mich v.a. bei Milchprodukten gerne einschränken, weil sie mich müde machen und die Haltung von Milchkühen auch kaum tierfreundlich möglich ist. Sollte ich dann mehr Eier essen?
Wie machen das denn die Leute, die Milch aus gesundheitlichen Gründen ersetzen müssen? Die supplementieren doch nicht gleich und essen auch weiter wie gewohnt.
Supplemente kommen für mich definitiv nicht in Frage.
Wie viel Tierisches müsste ich denn essen, um den Bedarf zu decken? Ich würde mich v.a. bei Milchprodukten gerne einschränken, weil sie mich müde machen und die Haltung von Milchkühen auch kaum tierfreundlich möglich ist. Sollte ich dann mehr Eier essen?
Wie machen das denn die Leute, die Milch aus gesundheitlichen Gründen ersetzen müssen? Die supplementieren doch nicht gleich und essen auch weiter wie gewohnt.
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- Teazer
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Re: Veganes Beikostkind vegan stillen?
Viele trinken mit B12 angereicherte Pflanzendrinks oder essen veganen, angereicherten Joghurt. Omnivore, die auf Milchprodukte verzichten nehmen außerdem B12 aus anderen Lebensmitteln auf.
Bzgl. des B12-Gehaltes einzelner tierischer Lebensmittel und dem individuellen Tagesbedarf hilft Dir sicher das Internet weiter.
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- Tigerchen
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Re: Veganes Beikostkind vegan stillen?
Ich tu mich momentan etwas schwer damit, darauf zu achten, was ich esse und trinke. Aber das kann ich ja direkt mal wieder ändern... 
Ich frage mich echt, wie das von der Natur so vorgegeben ist. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass der Mensch von Natur aus auf tierische Nahrungsmittel angewiesen ist. Ich überlege so aus meinem christlichen Hintergrund heraus. Gott hat den Menschen am Anfang gesagt, sie sollen Pflanzen und ihre Früchte essen. Tiere stehen erst seit der Sintflut auf dem Speiseplan. Kuhmilch ist Kälbchennahrung und wann die Menschen angefangen haben, Eier zu essen, keine Ahnung. Aber kein Vogel hat damals so viele Eier gelegt wie die heutigen Hühner. Also, ich glaube, die ersten Menschen waren Veganer. Die haben doch auch ohne Supplemente überlebt...
Mir kommt das alles irgendwie unnatürlich vor, ob man nun supplementiert oder den Kälbchen die Babymilch wegsüppelt. Aber mit tierischen Nahrungsmitteln fühle ich mich dann doch noch wohler.
Ich frage mich echt, wie das von der Natur so vorgegeben ist. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass der Mensch von Natur aus auf tierische Nahrungsmittel angewiesen ist. Ich überlege so aus meinem christlichen Hintergrund heraus. Gott hat den Menschen am Anfang gesagt, sie sollen Pflanzen und ihre Früchte essen. Tiere stehen erst seit der Sintflut auf dem Speiseplan. Kuhmilch ist Kälbchennahrung und wann die Menschen angefangen haben, Eier zu essen, keine Ahnung. Aber kein Vogel hat damals so viele Eier gelegt wie die heutigen Hühner. Also, ich glaube, die ersten Menschen waren Veganer. Die haben doch auch ohne Supplemente überlebt...
Mir kommt das alles irgendwie unnatürlich vor, ob man nun supplementiert oder den Kälbchen die Babymilch wegsüppelt. Aber mit tierischen Nahrungsmitteln fühle ich mich dann doch noch wohler.
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- Teazer
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Re: Veganes Beikostkind vegan stillen?
Biologie und Religion sind nicht immer vereinbar. Ich bin aus ethischen Gründen, die für mich auch aus meinem Glauben gespeist werden, Veganerin. Ich käme aber nie auf den Gedanken meine Lebensweise biologisch zu begründen. Es ist Fakt, dass unsere Vorfahren keine Veganer waren, tierische Nahrungsmittel aber sicher in viel geringeren Maßen konsumierten als heutige Omnivoren.
In der heutigen Nahrungsmittelindustrie, in der Tiere schnell hochgezüchtet werden, bekommen die Tiere oft B12 gefüttert, weil ihre "Produkte" sonst auch B12-ärmer wären. Da nehme ich das B12 lieber selbst. Aber das muss jeder selbst entscheiden.
In der heutigen Nahrungsmittelindustrie, in der Tiere schnell hochgezüchtet werden, bekommen die Tiere oft B12 gefüttert, weil ihre "Produkte" sonst auch B12-ärmer wären. Da nehme ich das B12 lieber selbst. Aber das muss jeder selbst entscheiden.
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AnnaKatharina
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Re: Veganes Beikostkind vegan stillen?
Glaubst du WIRKLICH, so ist die Menscheit entstanden?Tigerchen hat geschrieben: Ich frage mich echt, wie das von der Natur so vorgegeben ist. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass der Mensch von Natur aus auf tierische Nahrungsmittel angewiesen ist. Ich überlege so aus meinem christlichen Hintergrund heraus. Gott hat den Menschen am Anfang gesagt, sie sollen Pflanzen und ihre Früchte essen. Tiere stehen erst seit der Sintflut auf dem Speiseplan. Kuhmilch ist Kälbchennahrung und wann die Menschen angefangen haben, Eier zu essen, keine Ahnung. Aber kein Vogel hat damals so viele Eier gelegt wie die heutigen Hühner. Also, ich glaube, die ersten Menschen waren Veganer. Die haben doch auch ohne Supplemente überlebt...
Die Frau wurde aus einem Teil des Mannes gemacht?
Ich mein so ganz ehrlich? Keine Evolution und so?
Alles, was in der Bibel (in welcher Ausgabe auch immer) steht, ist eine wahrhaftige Erzählung historischer Tatsachen?
Grüße,
Anna-Katharina
Mit K1 (2010) und K2 (2015)
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Re: Veganes Beikostkind vegan stillen?
Ich halte die Bibel für einen Tatsachenbericht. 
Aber über B12 sagt jeder was Anderes. Ich will mein Kind auf jeden Fall nicht gefährden. Also guck ich mal, dass ich es irgendwie weiter zu nehme.
Vielen Dank schon mal für deine Erklärungen, Teazer!
Aber über B12 sagt jeder was Anderes. Ich will mein Kind auf jeden Fall nicht gefährden. Also guck ich mal, dass ich es irgendwie weiter zu nehme.
Vielen Dank schon mal für deine Erklärungen, Teazer!
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Lösche Benutzer 14500
Re: Veganes Beikostkind vegan stillen?
Der Mensch ist omnivor, allerdings standen Fleisch bzw. tierische Produkte wohl lange Zeit recht selten auf dem Speiseplan, weil schwer zu bekommen. Den größten Anteil an der Nahrung dürften meinem Kenntnisstand nach Nüsse, Samen und Früchte ausgemacht haben; es gibt da anthropologische Veröffentlichungen zu. Ob die Menschen damals einen Vitamin B12-Mangel hatten weiß ich nicht - ich würde mich da aber nicht drauf verlassen, dass die Natur das schon so gewollt hat. Die wollte dann nämlich auch, dass du nicht unbedingt älter wirst als 40 (und das wäre dann schon quasi methusalemesk) und dass das ein oder andere Baby halt mal stirbt, das gehört nämlich zum "von Natur aus" dann auch dazu.Tigerchen hat geschrieben:I
Ich frage mich echt, wie das von der Natur so vorgegeben ist. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass der Mensch von Natur aus auf tierische Nahrungsmittel angewiesen ist. Ich überlege so aus meinem christlichen Hintergrund heraus. Gott hat den Menschen am Anfang gesagt, sie sollen Pflanzen und ihre Früchte essen. Tiere stehen erst seit der Sintflut auf dem Speiseplan. Kuhmilch ist Kälbchennahrung und wann die Menschen angefangen haben, Eier zu essen, keine Ahnung. Aber kein Vogel hat damals so viele Eier gelegt wie die heutigen Hühner. Also, ich glaube, die ersten Menschen waren Veganer. Die haben doch auch ohne Supplemente überlebt...
Ich verstehe die ethischen Gründe, keine oder nur wenig tierischen Produkte zu sich nehmen zu wollen, völlig. Allerdings muss man sich dann halt schon ein paar Gedanken um die Ernährung machen, abseits von "früher gab`s auch nicht so viele tierische Produkte".
ps. Das biblische Argument verstehe ich nicht ganz. Wenn Gott sagt, seit der Sinnflut darf man Tiere essen, dann darf man Tiere essen, oder? Weil, Sintflut ist ja schon vorbei.
Gab da mal in der Chrismon eine Debatte zu: http://chrismon.evangelisch.de/artikel/ ... icht-16891
- Teazer
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Re: Veganes Beikostkind vegan stillen?
Auf lange Sicht wird das B12 in der Muttermilch Deinem Kind nicht ausreichen (evtl. jetzt schon nicht).
Die B12-braucht-man-nicht-Fraktion hat keine einzige Studie auf ihrer Seite. Babys mit starkem B12-Mangel durch nicht supplementierte vegane Ernährung werden leider weltweit dokumentiert. Nicht alle entstandenen Schäden sind reversibel.
Die B12-braucht-man-nicht-Fraktion hat keine einzige Studie auf ihrer Seite. Babys mit starkem B12-Mangel durch nicht supplementierte vegane Ernährung werden leider weltweit dokumentiert. Nicht alle entstandenen Schäden sind reversibel.
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