Abstillen mit 8 Monaten, wie möglich?
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- Solyra
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Abstillen mit 8 Monaten, wie möglich?
Hallo,
es geht um eine Mutter aus meiner Krabbelgruppe, die vor einem Monat schon sagte, dass sie vorhat, abzustillen (da war ihre Tochter 7 Monate alt), da sagte sie schon, die Kleine will absolut nicht weg von der Brust. Ich habe ihr gesagt, sie weiß halt, was gut ist und sonst nix dazu, sie muss ja schließlich selbst wissen, was richtig für sie ist.
Nun ist das Thema heute wieder auf den Tisch gekommen, sie schaffe es nicht, abzustillen.
Allerdings ist es denke ich, ein wirklich inniger Wunsch der Mutter, abzustillen, sie sagt, sie will einfach nicht mehr, das Stillen ist richtig negativ für sie geworden, sie will einfach wirklich nicht mehr.
Und genau aus dem Grund, bevor sie es mit dem Stillen das nächste Mal ganz sein lässt (beim nächsten Kind), weil es ja so schlecht abzugewöhnen ist, möchte ich ihr gern einen Tipp geben.
Also was kann man machen, um ein so kleines Kind abzustillen?
Der Trick mit dem Pflaster und Brust hat Aua wird wohl noch nicht ziehen, dafür ist sie wohl noch zu klein, denke ich.
Die Kleine nimmt keine Flasche, bzw. nur den Trinklernbecher für Wasser, also sie mag keine Kunstmilch, Mutter sagt, sie hätte die ganze Pallette schon durchprobiert.
Eine andere Mutter meinte, dann soll sie ihr doch gar keine Milch geben, habe ich aber erwidert, dass sie auf jeden Fall Milch braucht.
Dazu kommt, dass die Kleine keinen Brei mag, also nur alles Richtung Fingerfood, sie isst z.B. belegtes Brot.
Bei einer Blutuntersuchung kam zudem auch noch ein zu niedriger Eisenwert raus, jetzt kriegt sie Eisentropfen.
Also, was kann ich raten?
es geht um eine Mutter aus meiner Krabbelgruppe, die vor einem Monat schon sagte, dass sie vorhat, abzustillen (da war ihre Tochter 7 Monate alt), da sagte sie schon, die Kleine will absolut nicht weg von der Brust. Ich habe ihr gesagt, sie weiß halt, was gut ist und sonst nix dazu, sie muss ja schließlich selbst wissen, was richtig für sie ist.
Nun ist das Thema heute wieder auf den Tisch gekommen, sie schaffe es nicht, abzustillen.
Allerdings ist es denke ich, ein wirklich inniger Wunsch der Mutter, abzustillen, sie sagt, sie will einfach nicht mehr, das Stillen ist richtig negativ für sie geworden, sie will einfach wirklich nicht mehr.
Und genau aus dem Grund, bevor sie es mit dem Stillen das nächste Mal ganz sein lässt (beim nächsten Kind), weil es ja so schlecht abzugewöhnen ist, möchte ich ihr gern einen Tipp geben.
Also was kann man machen, um ein so kleines Kind abzustillen?
Der Trick mit dem Pflaster und Brust hat Aua wird wohl noch nicht ziehen, dafür ist sie wohl noch zu klein, denke ich.
Die Kleine nimmt keine Flasche, bzw. nur den Trinklernbecher für Wasser, also sie mag keine Kunstmilch, Mutter sagt, sie hätte die ganze Pallette schon durchprobiert.
Eine andere Mutter meinte, dann soll sie ihr doch gar keine Milch geben, habe ich aber erwidert, dass sie auf jeden Fall Milch braucht.
Dazu kommt, dass die Kleine keinen Brei mag, also nur alles Richtung Fingerfood, sie isst z.B. belegtes Brot.
Bei einer Blutuntersuchung kam zudem auch noch ein zu niedriger Eisenwert raus, jetzt kriegt sie Eisentropfen.
Also, was kann ich raten?
Liebe Grüße
Solyra mit

Solyra mit

- Seerose
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- Registriert: 26.07.2006, 13:59
- Wohnort: Bayern
Re: Abstillen mit 8 Monaten, wie möglich?
Hmm, ich denke ob mit oder ohne Tipp, es wird so oder so schwierig sein, das Abgewöhnen... Das Baby scheint ja zurecht geschmacklich sehr festgelegt zu sein.Solyra hat geschrieben: Und genau aus dem Grund, bevor sie es mit dem Stillen das nächste Mal ganz sein lässt (beim nächsten Kind), weil es ja so schlecht abzugewöhnen ist, möchte ich ihr gern einen Tipp geben.
In meinen Augen ein absolutes NoGo, gerade wenn es älter wäre. Das geht gar nicht, einem Kind Lügengeschichten zu erzählen, um ihm die Brust zu verweigern.Der Trick mit dem Pflaster und Brust hat Aua wird wohl noch nicht ziehen, dafür ist sie wohl noch zu klein, denke ich.
Ich frag jetzt lieber nicht nach womit das belegt ist, aber an sich spricht ja nichts gegen Fingerfood mit 8 Monaten.Dazu kommt, dass die Kleine keinen Brei mag, also nur alles Richtung Fingerfood, sie isst z.B. belegtes Brot.
Ich würd sagen, versuch die Mutter davon zu überzeugen daß es zumindest weniger wird mit dem Stillen, wenn sich das Kind eh schon auf Fingerfood zu stürzen scheint und daß da berechtigte Hoffnung besteht, daß zumindest die Anzahl der Stilleinsätze sich verringert.
Sorry, ich weiß, daß ist jetzt nicht das was Du wissen wolltest...
__________________________________________________
Liebe Grüße,
Seerose
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Seerose
- Minchen
- Dipl.-SuT
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- Registriert: 18.11.2008, 09:09
Re: Abstillen mit 8 Monaten, wie möglich?
KAnnst Du ihr nicht ne Stillberaterin empfehlen? Vielleicht kann die ihr auch die negativen Gefühle nehmen...
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
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-
jusl
- Jusl Almighty
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- Registriert: 19.03.2007, 10:54
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Re: Abstillen mit 8 Monaten, wie möglich?
Hallo Solyra,
für das Abstillen eines Babys gegen seinen Willen oder seine Natur oder wie man es auch nennen mag, gibt es kein Patentrezept. Aber es gibt einige Dinge, die den Beteiligten helfen können, diese Phase zu bewältigen.
* Erstmal wäre es gut, wenn die Mutter Verständnis und Wissen um die Bedürfnisse und das Verhalten ihres Kindes hat. Das Baby hat ja keinerlei Verständnis für die Maßnahmen seiner Mutter, die auf das Kind höchst willkürlich wirken dürften. "Sie schafft es nicht abzustillen" legt ja nahe, dass sie es schon "erfolglos probiert", und "erfolgloses Probieren" ist oft mit viel Stress, Tränen und Enttäuschung verbunden, vermutlich auf beiden Seiten. Es wäre also gut, wenn die Mutter das Verhalten ihres Kindes als gesund und richtig einordnet und begreift, dass ihr Baby bei den anstehenden Veränderungen ihre Hilfe brauchen wird.
* Die Mutter muss wissen, dass das Abstillen ganz sicher gelingen wird. Sie muss wissen, dass sie das Stillen ersetzen werden kann - die Frage ist nur, wodurch, mit welchem Aufwand und mit welchen Folgen. Diese drei Punkte fallen von Kind zu Kind höchst unterschiedlich aus.
* Die Mutter braucht Wissen über die Ernährungsbedürfnisse ihres Kindes, die über Stillen hinaus gehen. Sie sollte sich also einlesen, welche Milchnahrung in Frage kommt. Mit 8 Monaten braucht das Baby auf jeden Fall noch Milch. Wie und welche Milch hängt auch vom sonstigen Ernährungsverhalten das Kindes ab. Brei ist nicht unbedingt nötig, klar, aber es wäre z.B. wichtig, die groß die Palette an verschiedenen Nahrungsmitteln ist, die das Baby schon isst.
* Das Baby wird sich auf jeden Fall Ersatz fürs Stillen suchen; die Mutter kann ihr Kind beim Suchen unterstützen. Das Stillen dient ja bekanntermaßen nicht nur der Ernährung, d.h. Ersatz muss in vielfältiger Hinsicht her, z.B. Einschlafhilfe, Beruhigungsmittel, Beziehungsstifter, Saugbedürfnisbefriedigung, Hautkontakt usw. Für diese Suche sollte realistisch viel Zeit eingeplant werden, und die Mutter muss akzeptieren, dass das eben dauern kann. Sie muss das für eine Weile einfach aushalten können, und zwar am besten voller aufrichtiger Zuversicht: "Ich weiß, im Moment ist es schwierig für Dich, aber wir schaffen das gemeinsam!", während sie ihrem Baby hilft, sich ans Nicht-mehr-Stillen zu gewöhnen. Ob ihr Kind besser mit langsamem Abstillen oder plötzlichen Abstillen klarkommt, muss sie ausprobieren. In jedem Falle sollte soviel Milch abgepumpt und eingefroren werden, dass für die Mutter etwa eine Stillmahlzeit pro Woche wegfällt. Auf diese Weise dauert der Abstillprozess mütterlicherseits etwa 6-8 Wochen - ein höheres Tempo wäre medizinisch gesehen gar nicht wünschenswert.
* Babys verhungern nicht am vollen Tisch, darauf kann die Mutter vertrauen. Ein gedeckter Tisch mit gesunden Sachen die das Baby mag und aus denen auswählen kann, dazu eine Flasche Muttermilchersatz - irgendwann wird das Kind sich damit ernähren (lassen), ganz bestimmt. Hier ist liebevolle Geduld gefragt.
* Falls die Mutter sich hierbei Machtkämpfen ausgeliefert fühlt ("je länger ich es versuche, desto mehr weigert sich mein Kind!"), Beziehungsstörungen vermutet ("mein Baby lässt sich gar nicht mehr von mir trösten!", "Es ist nachtragend!") oder sonstwie in Schwierigkeiten gerät, die über das Normalmaß hinaus gehen, dann wäre professionelle Begleitung in dieser Zeit eine gute Idee.
Also: vorzeitiges Abstillen gelingt - mit einer guten Mischung aus Sachkenntnis, Sensibilität und Durchhaltevermögen.
Ich hoffe, dass diese allgemeinen Informationen für Deine Freundin hilfreich sind.
LG;
Julia
für das Abstillen eines Babys gegen seinen Willen oder seine Natur oder wie man es auch nennen mag, gibt es kein Patentrezept. Aber es gibt einige Dinge, die den Beteiligten helfen können, diese Phase zu bewältigen.
* Erstmal wäre es gut, wenn die Mutter Verständnis und Wissen um die Bedürfnisse und das Verhalten ihres Kindes hat. Das Baby hat ja keinerlei Verständnis für die Maßnahmen seiner Mutter, die auf das Kind höchst willkürlich wirken dürften. "Sie schafft es nicht abzustillen" legt ja nahe, dass sie es schon "erfolglos probiert", und "erfolgloses Probieren" ist oft mit viel Stress, Tränen und Enttäuschung verbunden, vermutlich auf beiden Seiten. Es wäre also gut, wenn die Mutter das Verhalten ihres Kindes als gesund und richtig einordnet und begreift, dass ihr Baby bei den anstehenden Veränderungen ihre Hilfe brauchen wird.
* Die Mutter muss wissen, dass das Abstillen ganz sicher gelingen wird. Sie muss wissen, dass sie das Stillen ersetzen werden kann - die Frage ist nur, wodurch, mit welchem Aufwand und mit welchen Folgen. Diese drei Punkte fallen von Kind zu Kind höchst unterschiedlich aus.
* Die Mutter braucht Wissen über die Ernährungsbedürfnisse ihres Kindes, die über Stillen hinaus gehen. Sie sollte sich also einlesen, welche Milchnahrung in Frage kommt. Mit 8 Monaten braucht das Baby auf jeden Fall noch Milch. Wie und welche Milch hängt auch vom sonstigen Ernährungsverhalten das Kindes ab. Brei ist nicht unbedingt nötig, klar, aber es wäre z.B. wichtig, die groß die Palette an verschiedenen Nahrungsmitteln ist, die das Baby schon isst.
* Das Baby wird sich auf jeden Fall Ersatz fürs Stillen suchen; die Mutter kann ihr Kind beim Suchen unterstützen. Das Stillen dient ja bekanntermaßen nicht nur der Ernährung, d.h. Ersatz muss in vielfältiger Hinsicht her, z.B. Einschlafhilfe, Beruhigungsmittel, Beziehungsstifter, Saugbedürfnisbefriedigung, Hautkontakt usw. Für diese Suche sollte realistisch viel Zeit eingeplant werden, und die Mutter muss akzeptieren, dass das eben dauern kann. Sie muss das für eine Weile einfach aushalten können, und zwar am besten voller aufrichtiger Zuversicht: "Ich weiß, im Moment ist es schwierig für Dich, aber wir schaffen das gemeinsam!", während sie ihrem Baby hilft, sich ans Nicht-mehr-Stillen zu gewöhnen. Ob ihr Kind besser mit langsamem Abstillen oder plötzlichen Abstillen klarkommt, muss sie ausprobieren. In jedem Falle sollte soviel Milch abgepumpt und eingefroren werden, dass für die Mutter etwa eine Stillmahlzeit pro Woche wegfällt. Auf diese Weise dauert der Abstillprozess mütterlicherseits etwa 6-8 Wochen - ein höheres Tempo wäre medizinisch gesehen gar nicht wünschenswert.
* Babys verhungern nicht am vollen Tisch, darauf kann die Mutter vertrauen. Ein gedeckter Tisch mit gesunden Sachen die das Baby mag und aus denen auswählen kann, dazu eine Flasche Muttermilchersatz - irgendwann wird das Kind sich damit ernähren (lassen), ganz bestimmt. Hier ist liebevolle Geduld gefragt.
* Falls die Mutter sich hierbei Machtkämpfen ausgeliefert fühlt ("je länger ich es versuche, desto mehr weigert sich mein Kind!"), Beziehungsstörungen vermutet ("mein Baby lässt sich gar nicht mehr von mir trösten!", "Es ist nachtragend!") oder sonstwie in Schwierigkeiten gerät, die über das Normalmaß hinaus gehen, dann wäre professionelle Begleitung in dieser Zeit eine gute Idee.
Also: vorzeitiges Abstillen gelingt - mit einer guten Mischung aus Sachkenntnis, Sensibilität und Durchhaltevermögen.
Ich hoffe, dass diese allgemeinen Informationen für Deine Freundin hilfreich sind.
LG;
Julia
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Captainsparrow
Re: Abstillen mit 8 Monaten, wie möglich?
Jusl, ich finde Deine Antwort absolut super, wollte ich nur mal schreiben. Ich finde es toll wenn jemand der so 100%ig hinter dem Stillen steht trotzdem solch einen weiten Horizont hat auch andere Wege anzunehmen und Menschen in ihrer Entscheidung zu unterstützen , auch wenn man sie selbst nicht so getroffen hätte. Aus der Art und Weise wie Du auf Threads dieser Art antwortest sieht man dass dieses "Annehmen" nicht aufgesetzt ist sondern Du das scheinbar tatsächlich so kannst (ich kann das eher wenig....). Ist jetzt zwar OT, wollte aber mal gesagt sein 
-
jusl
- Jusl Almighty
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Re: Abstillen mit 8 Monaten, wie möglich?
Vielen Dank für Deine lieben Worte *freu* 
- Solyra
- möchten wir nicht mehr missen
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Re: Abstillen mit 8 Monaten, wie möglich?
Danke für eure Antworten.
Also, sie hat 6 Monate voll gestillt und wollte ab dann immer weniger werden, bis es halt bis spätestens jetzt ganz versiegt. Ist übrigens Standard hier. Ich kenne kaum jmd., der es anders macht. Bei ihrem ersten Kind hat es auch geklappt, allerdings war sie da halt wieder schwanger und es war dadurch leichter. Ich hab ihr ja vorgeschlagen, muss sie halt nochmal schwanger werden.
Anscheinend hat es ihr nicht geschadet.
Könntest du das nochmal genauer erläutern? Soll sie jetzt eine Mahlzeit pro Woche statt stillen, abpumpen und einfrieren, oder vorher schon soviel abpumpen, und die dann geben statt Brust? Dann müsste sie ja wahnsinnig viel abpumpen vorher.In jedem Falle sollte soviel Milch abgepumpt und eingefroren werden, dass für die Mutter etwa eine Stillmahlzeit pro Woche wegfällt.
Also, sie hat 6 Monate voll gestillt und wollte ab dann immer weniger werden, bis es halt bis spätestens jetzt ganz versiegt. Ist übrigens Standard hier. Ich kenne kaum jmd., der es anders macht. Bei ihrem ersten Kind hat es auch geklappt, allerdings war sie da halt wieder schwanger und es war dadurch leichter. Ich hab ihr ja vorgeschlagen, muss sie halt nochmal schwanger werden.
Da war eine andere Mutter, die hat erzählt, dass sie auch 6 Monate voll gestillt hat und innerhalb von 2 Wochen war die Kleine abgestillt.Auf diese Weise dauert der Abstillprozess mütterlicherseits etwa 6-8 Wochen - ein höheres Tempo wäre medizinisch gesehen gar nicht wünschenswert.
Liebe Grüße
Solyra mit

Solyra mit

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jusl
- Jusl Almighty
- Beiträge: 16020
- Registriert: 19.03.2007, 10:54
- Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators
Re: Abstillen mit 8 Monaten, wie möglich?
Angenommen, sie stillt derzeit 8 mal in 24 Stunden und beschließt heute, dass ab sofort nicht mehr gestillt wird (oder dass nur noch 1 oder 2 Mal am Tag gestillt wird - jedenfalls irgendwas deutlich weniger als 7Könntest du das nochmal genauer erläutern? Soll sie jetzt eine Mahlzeit pro Woche statt stillen, abpumpen und einfrieren, oder vorher schon soviel abpumpen, und die dann geben statt Brust? Dann müsste sie ja wahnsinnig viel abpumpen vorher.
Damit die Brüste Zeit haben, sich immer wieder auf den veränderten Bedarf einzustellen (und nicht etwa mit Übervölle, Milchstau oder anderen Problemen reagieren), gilt als Faustregel:
pro Woche nur 1 Mahlzeit weniger, d.h. in dem Bespiel:
diese Woche nur noch 7 mal stillen pro Tag, nächste Woche nur noch 6 mal pro Tag, übernächste nur noch 5 mal pro Tag usw. Auf diese Weise hat das gesamte Brustgewebe Zeit, sich auf das Abstillen einzustellen.
So, und sollte sie nun beschließen AB JETZT aber erheblich weniger zu stillen als nach dieser Faustregel (z.B. weil das Kind mit diesem schrittweisen Verringern gar nicht klarkommt und gerade besser bei Papa aufgehoben ist oder was auch immer), dann sollte sie "den Rest" entsprechend der Fausregel eben abpumpen. Sprich: die Laktation langsam runterfahren, gesteuert übers Pumpen, wenn Stillen nicht möglich ist.
Ja klar - ich kenne auch einige Raucher, denen das Rauchen bislang offenbar nicht geschadet hatDa war eine andere Mutter, die hat erzählt, dass sie auch 6 Monate voll gestillt hat und innerhalb von 2 Wochen war die Kleine abgestillt.Anscheinend hat es ihr nicht geschadet.
Lieber langsam machen, allein schon wegen des Bindegewebes
LG,
Julia
- Minchen
- Dipl.-SuT
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- Registriert: 18.11.2008, 09:09
Re: Abstillen mit 8 Monaten, wie möglich?
Jusl, ich lese Deine Antworten IMMER supergern - sie geben mir jedesmal viele nützliche Informationen und Argumente für viele Situationen, auch nur mal so am Rande. Hab vorhin gedacht, ich hätt mich gern mal von Dir persönlich beraten lassen, aber Du bist ein bisschen weit weg...
Ich muss mal doof dazwischen fragen: ich hab auch einige Freundinnen, die ihre Kinder sehr abrupt abgestillt haben (Argumente wie: das muss doch langsam mal sein im 7. Monat und ähnliches). Ich bemühe mich, jetzt dabei möglichst wertfrei zu sein... ...aber ich hatte nie das Gefühl, dass sie für eine Argumentation wie Deine zugänglich gewesen wären. Vielleicht hätte das mit dem Bindegewebe noch gezogen, aber ich glaub, die zitierte Freundin hat sogar Tabletten geschluckt...
Wie schafft man es denn, so an die Leute heranzukommen, dass sie WIRKLICH auch mal an die Bedürfnisse ihres Kindes denken? Bei meiner Freundin gings halt nur um sie - und so ähnlich klingt das bei der hier angesprochenen Frau irgendwie auch. Da geht es nicht um die Bedürfnisse des Kindes...
Ich hoffe, ich darf das jetzt mal so in den Raum stellen - ich selbst wollte wegen Hochzeit und wieder arbeiten nach 5 Monaten abstillen, habe aber ziemlich schnell gemerkt, dass das nicht geht, weil mein Sohn es einfach brauchte und immernoch braucht. Ich habe seine Bedürfnisse ab seiner Geburt immer mehr wahrgenommen und meine eigenen Vorstellungen dem immer mehr angepasst - nur das scheint eben nicht jeder zu können (das soll mich jetzt nciht besser darstellen, es ist nur eine Feststellung, weil ich das immer wieder beobachte).
Fällt Euch irgendeine Strategie ein, wie man damit umgeht, wenn man soetwas mitbekommt? Kann man solche Mütter irgendwie sensibilisieren? Entschuldige, wenn ich den Thread missbrauche, aber es treibt mich seit jusls Antwort um...
Ich muss mal doof dazwischen fragen: ich hab auch einige Freundinnen, die ihre Kinder sehr abrupt abgestillt haben (Argumente wie: das muss doch langsam mal sein im 7. Monat und ähnliches). Ich bemühe mich, jetzt dabei möglichst wertfrei zu sein... ...aber ich hatte nie das Gefühl, dass sie für eine Argumentation wie Deine zugänglich gewesen wären. Vielleicht hätte das mit dem Bindegewebe noch gezogen, aber ich glaub, die zitierte Freundin hat sogar Tabletten geschluckt...
Ich hoffe, ich darf das jetzt mal so in den Raum stellen - ich selbst wollte wegen Hochzeit und wieder arbeiten nach 5 Monaten abstillen, habe aber ziemlich schnell gemerkt, dass das nicht geht, weil mein Sohn es einfach brauchte und immernoch braucht. Ich habe seine Bedürfnisse ab seiner Geburt immer mehr wahrgenommen und meine eigenen Vorstellungen dem immer mehr angepasst - nur das scheint eben nicht jeder zu können (das soll mich jetzt nciht besser darstellen, es ist nur eine Feststellung, weil ich das immer wieder beobachte).
Fällt Euch irgendeine Strategie ein, wie man damit umgeht, wenn man soetwas mitbekommt? Kann man solche Mütter irgendwie sensibilisieren? Entschuldige, wenn ich den Thread missbrauche, aber es treibt mich seit jusls Antwort um...
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
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EhMiws
Re: Abstillen mit 8 Monaten, wie möglich?
Jede Mutter, die wirklich an die Bedürfnisse ihres Kindes denkt, stillt solange wie es Kind und Mutter möchten( ausgenommen Mama MUSS arbeiten oder sonstiges).Minchen hat geschrieben: Fällt Euch irgendeine Strategie ein, wie man damit umgeht, wenn man soetwas mitbekommt? Kann man solche Mütter irgendwie sensibilisieren? Entschuldige, wenn ich den Thread missbrauche, aber es treibt mich seit jusls Antwort um...
Meistens empfindet die andere Mutter gut gemeinte Ratschläge zum Stillen auch noch als Kritik ihres Erziehungstils..und das ja sowieso nen heikles Thema..Die Erfahrung hab ich gemacht..Aber ich bin da wohl auch eine von der "direkteren" Methode..