Eure Erfahrungen mit Veganer Ernährung

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: Beccy

Missyse
Herzlich Willkommen
Beiträge: 8
Registriert: 16.03.2015, 16:44

Re: Eure Erfahrungen mit Veganer Ernährung

Beitragvon Missyse » 09.08.2017, 10:41

Meine Kleine ist noch nicht auf der Welt, aber ich muss sagen, dass ich auch seit Jahren vegan lebe und der Arzt diesbezüglich keine Bedenken geäußert hat, dass es zu Problemen kommen kann. Geschroteter Grünkern als Hackersatz muss ich auch mal ausprobieren, diesen Tipp hab ich noch nicht bekommen. Danke!

Benutzeravatar
britje
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 393
Registriert: 30.10.2014, 22:43

Re: Eure Erfahrungen mit Veganer Ernährung

Beitragvon britje » 10.08.2017, 12:24

Ich werde gerade sehr angefeindet, dass diese Ernährung, schlimm genug, dass ich mich so ernähre, für meine Kinder völlig gefährlich sei und dass ich mich wegen Vernachlässigung strafbar machen würde. Am krassesten...Meine Kinder würden über kurz oder lang daran sterben (Kinderarzt auf dem Land)...

Das ist noch schlimmer als dieses elende lange Stillen :lol: ...

Wobei es hier heißt, die Kinder dürfen alles essen, auch bei Papa die “Extrawurst“. Ich finde, da wählen Kinder bei genug Angebot auch das, was sie gerade brauchen. Nur weil ich (Zitat Schwimu) abdrehe... , müssen meine Kinder das ja nicht....
Liebe Grüße von Chris mit Söhnchen (09/14) und Söhnchen (08/16)

Benutzeravatar
MamaDrache
gut eingelebt
Beiträge: 21
Registriert: 03.08.2017, 11:47
Wohnort: Weststeiermark

Re: Eure Erfahrungen mit Veganer Ernährung

Beitragvon MamaDrache » 10.08.2017, 15:09

Mein Mann und ich leben auch sei gut 1.5 Jahren aus ethischen Gründen vegan (zu 99,9 % - niemand ist perfekt und S3-Sicherheitsschuhe müssen, soweit ich weiß, aus Leder sein; auch bei Medikamenten und Impfstoffen achte ich nicht drauf). Ich habs zu Beginn der Schwangerschaft meiner FÄ gesagt und sie meinte nur: "Gut, dann muss ich Ihnen ja nicht sagen, was Sie alles nicht essen sollen..." :D
Im Krankenhaus bei der Geburt waren sie zu meiner Überraschung auch ganz nett, die Diätologin ist mit mir den Speiseplan für zwei Wochen durchgegangen und war sehr bemüht um meine Zufriedenheit (bin aber eh am nächsten Tag heim).
Den Nachsorge-Hebammen und dem Kinderarzt habe ich (noch) nichts gesagt und ich habe es auch nicht vor, solange sich der Babydrache (7 Wo mit 5.75 kg) so gut entwickelt, ich fürchte mich vor den Diskussionen.
Meine Bluttests während Schwangerschaft und Geburt waren ok, einmal war der Hb-Wert an der unteren Grenze. Und das, obwohl ich seit meiner KIndheit immer leicht anämisch war, also nehm ich jetzt wohl mehr Eisen zu mir als früher.
Vor der Ernährungsumstellung hat vor allem mein Vater für uns gekocht, jetzt machen wir's mit Leidenschaft selbst, ebenso Kuchen. Obwohl wir früher sehr viel Fleisch gegessen haben, war die Umstellung jetzt nicht so dramatisch (und viel leichter als mit dem Rauchen aufzuhören). Mittlerweile ekelt mich der Geruch nach gebratenem Fleisch oder Fisch (wenn mein Vater für sich kocht) richtig an, dafür schmecken mir jetzt Sachen, die ich früher nie gegessen hätte (z.B. Gurken oder Tofu).
Wir supplementieren B12, einerseits als Zahnpasta, und sicherheitshalber noch mit VEG1 (da ist auch Vit D, Jod und noch was drinnen) bzw. während der Schwangerschaft halt die klassischen Schwangerschaftsvitamine (allerdings recht unregelmäßig, bin bei sowas immer so inkonsequent, darum auch die Zahnpasta, die vergess ich nicht).

Meine Lieblingskochbücher sind
https://veganversand.at/artikel/vegane- ... a-kaldewey
und
https://veganversand.at/artikel/frisch- ... gler-anger

Und wenn mich jemand fragt: "Und, wie macht ihr's dann mit dem Kind?", sag ich einfach, dass ich es noch nicht weiß, weil ich mir die sinnlose Diskussion sparen will.
Zuletzt geändert von Mondenkind am 10.08.2017, 22:42, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: unerwünschte Abkürzung für Schwangerschaft editiert
Feurige Grüße vom Mama- und vom Babydrachen (06/17)

Pünktchen54
gut eingelebt
Beiträge: 25
Registriert: 20.06.2017, 14:25
Wohnort: Köln

Re: Eure Erfahrungen mit Veganer Ernährung

Beitragvon Pünktchen54 » 10.08.2017, 19:50

Schrecklich immer mit diesen Anfeindungen!
Habe ich in meiner kurzen Zeit der veganen Ernährung auch gehabt. Zusätzlich waren mein Mann und ich noch glutenfrei (um meinen Zyklus zu stabilisieren - Kinderwunsch). Und wer hätte es geahnt: meine Blutwerte waren besser denn je und ich hatte nach 3 Monaten normale Eisprünge und wurde schwanger :)!
Ich finde bei durchdachter, ausgewogener Ernährung ist Veganismus überhaupt kein Problem. Nur B12 haben wir supplementiert.
Im Endeffekt haben mir aber Käse, Quark und Eier zu sehr gefehlt. Geblieben ist der fast komplette Verzicht auf Fleisch. Das fehlt mir gar nicht mehr und gibt es hier vielleicht einmal pro Monat in Naturland- oder Demeter-Qualität.
Unser Pünktchen 4/17 macht unser Leben reich. Sie stillt, wird getragen und schläft im Familienbett

Benutzeravatar
britje
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 393
Registriert: 30.10.2014, 22:43

Re: Eure Erfahrungen mit Veganer Ernährung

Beitragvon britje » 15.08.2017, 21:33

Es wird auch nicht besser...
Ich bin immer noch dabei mich schlau zu machen,
aber bis jetzt lese ich in (wie nenne ich es jetzt mal) “fachlich medizinisch veganen“ Kreisen eher nur Positives zum Thema vegane Kinderernährung. Mir laufen immer eher “veraltete“ Studien und Menschen bzw. eher vorurteilbehaftete unwissenschaftliche Veröffentlichungen über den Weg.

Ich denke, mit einer guten Vitamin D und B12 Suplementierung sollte nichts schief gehen. Wenn ich dann noch auf eisenhaltige Lebensmittel in Kombi mit Vitamin C achte :)

Ich habe ein Kochbuch gefunden, was sich sehr gut anhört und gute Rezensionen auf verschiedenen Plattformen bekommen hat. (Das vegane Familienkochbuch von Jasmin Hekmati) ich habe es mir eben bestellt und bin sehr gespannt. Kennt das jemand von Euch?
Liebe Grüße von Chris mit Söhnchen (09/14) und Söhnchen (08/16)

Benutzeravatar
talismama
Power-SuTler
Beiträge: 6872
Registriert: 27.03.2010, 22:20
Wohnort: Niedersachsen

Re: Eure Erfahrungen mit Veganer Ernährung

Beitragvon talismama » 16.08.2017, 20:38

Ich habe auch nach der Lektüre von "How not to die " auf vegan umgestellt. Meine Kinder essen aber alles, weil mein Mann auch omnivor isst.

Pünktchen, kannst du mal sagen wie glutenfrei mit dem Zyklus zusammenhängt? Das würde mich interessieren.

Apropos Zyklus. Mich plagt mich immer die Sorge dass durch die Umstellung auf vegan mein Zyklus nach der Geburt nicht so recht zurückkommen will :-( Bei den beiden Großen hatte ich lzs nach 4 bzw. 6 Monaten meinen Zyklus wieder, weshalb ich tippe dass es nicht am Stillen liegt... Oder ich werde alt. Ich hätte so gern noch ein 4. Kind und denke dass ich mich mit 34 langsam sputen muss. Ob die vegan Umstellung mit dem Ausbleiben der Periode zu tun hat?
Liebe Grüße von Sina mit Talita (12/09), Jaron (03/13) und Jesaja (4/16)
zertifizierte ClauWi Trageberaterin

Benutzeravatar
Nane85
alter SuT-Hase
Beiträge: 2129
Registriert: 20.08.2012, 21:58
Wohnort: OFi

Re: Eure Erfahrungen mit Veganer Ernährung

Beitragvon Nane85 » 16.08.2017, 22:36

Ich hatte bei der Großen nach 15 Monaten wieder einen Zyklus, bei der Kleinen warte ich nun seit 26 Monaten... Denke also, dass es nicht an der Ernährung liegen muss. Ach so, vegan bin ich erst seit Kurzem und auch noch nicht so konsequent.

Gesendet von meinem Moto G (4) mit Tapatalk
Nane85 mit Räubermädchen (02/2013) und Junikäfer (06/2015)

Pünktchen54
gut eingelebt
Beiträge: 25
Registriert: 20.06.2017, 14:25
Wohnort: Köln

Re: Eure Erfahrungen mit Veganer Ernährung

Beitragvon Pünktchen54 » 26.08.2017, 13:16

talismama hat geschrieben:Pünktchen, kannst du mal sagen wie glutenfrei mit dem Zyklus zusammenhängt? Das würde mich interessieren.


Entschuldige, dass ich jetzt erst antworte. Bin im Moment in jeder freien Minute im BLW-Austauschthread und lese die über 1000 Seiten nach, bevor es bei uns losgeht ;)

Ich habe PCOS (das polyzystische Ovar-Syndrom) und wenn man im englischsprachigen Raum dazu sucht, findet man ganz viele Erfolgsgeschichten durch eine glutenfreie Ernährung. Liegt wohl daran, dass PCO eine Art von Entzündung sind und diese durch Gluten befeuert wird. Meine Schilddrüsenwerte (habe Hashimoto, also auch entzündliche Prozesse) sind ebenso drastisch besser geworden unter dem Glutenverzicht.

Das trifft also hoffentlich auf dich gar nicht zu. Aber alles, was ich vorher gelesen hatte, wies eher darauf hin, dass die vegane Ernährung den Hormonshaushalt stabilisiert, da tierische Eiweiße den Eisprung (negativ) beeinflussen können. Ich denke also auch nicht, dass deine Ernährungsweise deinen Zyklus negativ beeinflusst!

Richtig Gluten plus Zyklus müsste man nochmal recherchieren. Wobei eine Freundin mit Endometriose zu tun hat und da auch viele Erfahrungsberichte zu glutenfrei führen.. Hm. Der Selbstversuch würde es wahrscheinlich am ehesten zeigen..?
Unser Pünktchen 4/17 macht unser Leben reich. Sie stillt, wird getragen und schläft im Familienbett

Kalotta93
Herzlich Willkommen
Beiträge: 4
Registriert: 05.10.2017, 13:50

Re: Eure Erfahrungen mit Veganer Ernährung

Beitragvon Kalotta93 » 12.10.2017, 10:54

Guten Morgen :)

Ich lebe schon immer vegetarisch und seit 9 Jahren vegan. Es mangelt mir an nichts, wieso auch. Meine Nahrungsmittel sind vielfältiger, als die aller "Allesesser", die ich kenne. Ich hatte eine vorbildliche Schwangerschaft ohne jegliche Komplikationen, stille nun voll, meine vier Monate alte Tochter wiegt 7kg und trägt Größe 74 ;) Hausarzt, Gyn-Praxis und Geburtshaus stehen hinter mir. Lass dich nicht verrückt machen von skurrilem Halbwissen. Neulich laß ich doch tatsächlich in einem Mamaheft, in pflanzlichen Nahrungsmitteln sei kein Eiweiß drin...

Du brauchst keine "Ersatz"produkte. Es gibt da aber einige verdammt leckere, und da ist auch keine "Chemie" drin, wenn du bio kaufst. Du brauchst auch kein Soja, aber auch hier - das ist einfach me Hülsenfrucht :)

Ausgewogene Ernährung setzt sich zusammen aus:

Obst & Gemüse
Getreide und Pseudogetreide
Hülsenfrüchte
Nüsse & Samen
Wasser

Wenn du das alles, großteils ungewaschen aus dem eigenen Garten holst und dein Körper noch keine Verwertungsprobleme hat erübrigt sich die Frage nach dem B12. Ansonsten: supplementieren! Tut nicht weh. Ich kenne Fleischesser, mit B12 Mangel, aber keinen pflanzlich essenden Menschen ;)

Unser Mo-Fr Frühstück derzeit:

Dinkelvollkorn-Bananen-Grießbrei mit frischem Obst, Korinthen, Kokosflocken, selbst gemachtem Nuschrunch und Ahornsirup.

Ich bin auf einem demeter-Hof groß geworden und lebe jetzt skurrilerweise wieder unmittelbar neben einem. Wenn ich dann alle halbe Jahr mal kurz seufzend vor nem Käseregal stehen bleibe, gehe ich dort bald bei den neugeborenen Kälbern vorbei. Die stecken jeder isoliert in einer 2qm Box und sind so ängstlich, wie das geferberte Baby meiner Cousine. Wem das noch nicht reicht: dabei sein, wenn das Kleine unmittelbar nach der Geburt von seiner Mutter getrennt wird. Baby und Mama schreien stundenlang, manchmal tagelang nacheinander, bis sie letztendlich resignieren. Schaue einer Mamakuh, welche ihres Babys beraubt wurde in die Augen. Stelle dir anstelle des Kalbes in der Box dein Baby vor.

Leben und leben lassen! Und dabei ganz viel lieben! Warum sollte ich das nicht artübergreifend tun? Unsere Hündin genießt gerade die Sonne. Genießen wir alle den Tag!
"Sei frech und frei und wunderbar!" (Astrid Lindgren)


Zurück zu „Gesunde Ernährung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste